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4. Tag - 15.02.2018 - Viel Steine gab's

Wie die Zeit doch vergeht - es ist jetzt Samstagmittag und es fehlen die Berichte der letzten vier Tage.
Auch wenn jede und jeder sagt, in Afrika würden die Uhren anders ticken, dann ist meine Erfahrung eine andere.
Die Zeit vergeht wie im Flug und jetzt kämpfe ich hier mit der Technik. Dieses blöde Notebook will die ganze Zeit Windows updaten. Ich kann ihm dies nicht ausreden. Der Zugang zum Internet über das Mobilfunknetz ist zwar nicht schlecht, aber so ein Update macht die Bandbreite der Verbindung nicht mit. Auf der anderen Seite bin ich über Whatsapp, Messenger und facebook quasi in Echtzeit mit zuhause verbunden.
Einfach ein Wahnsinn. Da sitze ich "mitten in Busch" und schicke eine Nachricht mit Bilder zu meinen Lieben, Bekannten und Freunden des Vereins.
Das funktioniert so gut wie in in Oberschwaben. Wahrscheinlich gibt es hier sogar weniger Mobilfunklöcher. Und daher hat auch jede und jeder, auch die jungen Leute ein Mobiltelefon und oft auch ein Smartphone. Einheiten kann man überall in Geschäften nachladen und dann auch in Internet-Guthaben umwandeln. Eine Entwicklung, die vor noch zwanzig Jahren undenkbar war. Bei meinem ersten Besuch musste ich in Ouagadougou auf das Postamt fahren, ein Gespräch anmelden das dann vielleicht auch zustande kam.

Ist das ein Fortschritt? - Für die Afrikaner sicher, weil jetzt vieles geht, was vorher undenkbar war. Auch der Geldtransfer von kleinen Beträgen ist über die Mobilfunkbetreiber möglich. Das wird hier viel mehr genutzt als bei uns ....

 

Ein anderes Beispiel: Beim Bier habe ich mitbekommen, dass über Geld diskutiert und Gewinn, ein Ausweis wurde herausgeholt und Zahlen aufgeschrieben.
Ich habe nachgefragt und mich aufklären lassen. Die Burkinabé, auch im Sahelstädtchen Piela können bei Pferdewetten in Europa teilnehmen. Und angeblich wird das sehr viel genutzt. Aus 1.000 CFA ( ca. 1,5 €) kann man so 100.000.000 CFA ( 150.000 €)  machen. Wenn man denn Glück hat und richtig wettet. Ob ich das nun gut finden soll, weiß ich nicht. Es zeigt mir aber, dass die Welt verbunden ist, und sich diese Entwicklung auch nicht aufhalten lässt.

 

Nun aber zu Niafari. Niafari liegt ungefähr 40 km nördlich von Piela. Es ist das Dorf, das in der Kommune am weitesten von Piela entfernt ist.

 

Über Stock und Stein im wortwörtlichen Sinn geht es über eine Piste durch den Busch. Unsereins würde den Weg nie finden, weil es natürlich kein
Navigationssystem gibt. Was nicht ganz richtig ist, über GPS kann jeder Punkt bestimmt werden. Was einem aber ohne Karten nichts nützt.
Hams,  der Projektverantwortliche und Valetin, ein Mitglied der Basisorganisation kennen sich aus und finden den Weg.
Bei so weiten Wegen fährt immer eine bewaffnde Polizei-Escorte mit: Ist es gefährlich? Kann ich nicht beantworten,  die Escorte ist nun mal Pflicht. Mehrfach müssen wie die vorausfahrenden Polizisten durch Huben wieder zurückholen, weil sie halt den Weg auch nicht gefunden hatten. Viele ausgefahren Pfade durchziehen die Gegend, Wegweiser gibt es nicht. Aber die Ortschaften haben Ortschilder. Dies ist relativ neu. In den größeren Dörfern gibt es Kneipen, Tankstellen und die Möglichkeit bei "Orange", einem der Mobilfunkbetreiber die Einheiten aufzuladen.

 

Ich war schon öfter in der Gegend, aber das es so viele Steine gibt, habe ich nie noch nie so wahr genommen oder vergessen. Die Landschaft erscheint so trocken, so steinig, grau und braun - Staub liegt über allem.
Die Erde über tausende Millionen von Jahren der Sonne und dem Regen ausgesetzt. Große und kleine Steinblöcke liegen in der Landschaft, der Sonne und dem Regen ausgesetzt. Sie "schwimmen" auf der aufgegwollenen Erdkruste wie Rosinen auf einem Brotteig.  

Die entstandene Erdplatte  ist fassbar und mit Wissen auch sichtbar. So hat es überall vor Milliarden von Jahren ausgesehen. Täler und Berge entstanden, Meere kamen und vergingen ... der Urkontinent Gondwana brach auseinander .... der amerikanische Kontinent hat sich abgespalten ... hier nicht. Alles noch wie am Anfang der Zeit. Denke mit Ehrfurcht nach über Zeit und Ewigkeit und über die Genesis  .... "und die Erde war wüst und leer".


Im Radio läuft afrikanische Raeggi - Musik. Das passt gut zusammen.

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