8. Tag - 19.02.2018 - Bildung und Kartoffeln Botou und Bilanga

... en panne

Schon um acht starte ich mit Belem mit dem am Sonntag frisch gewaschen Wagen nach Bilanga. Belem ist der Nachname des Chauffeurs. Sein Vorname ist Abakoubar. Er ist Moslem.
Belem lässt sich viel leichter aussprechen. Erst vor ein paar Tagen habe das mit den Namen mitbekommen.
Für die Afrikaner, aber auch für mich sind Begriffe, Wörter und Namen der jeweils anderen Sprache nur schwer auszusprechen. Ich zum Beispiel bin immer M. Erwin, mein Nachnamen ist für Afrikaner nicht über die Lippen zu bekommen. Worte enden immer mit einem Vokal, also bin manchmal Wiesti oder einfach der Tschamba. Was wahrscheinlich soviel heißt wie der Chef, der große Mann. Dies ist eine Auszeichnung. Auch der Bauunternehmer ist ein Tschamba, dazu später. Vielleicht meine ich das aber auch nur. Ich bin heute allein,  in Bilanga sollen Charles, Hams und ein Vorstandsmitglied der A.D.D.P dazu stoßen.  Und mehr als fünf Leute passen nun mal nicht in das Auto. Wir kommen rechtzeitig weg und starten gegen Süden. Plätzlich hält Belem an, steigt aus, macht die Abdeckhaube auf, inspiziert ... und - nous sommes en panne.

 

Irgend eine Aufhängung rechts ist gerissen. Ich weiß nicht, was da dran hängt. Aber, wir müssen nach Piela zurück. Belem muss das gehört haben. Ich hatte nichts mitbekommen.
Also wir fahren zurück nach Piela. Josué, den ich angerufen hatte, organisiert den Mechaniker, der schon wartet. Das muss repariert, gelötet, geschweißt werden, das dauert einen Tag. Josué stellt uns seinen Wagen zur Verfügung. Belem fährt.
Die Strasse nach Bilanga ist so schlecht, wir brauchen für die etwas mehr als 20 km eine Stunde.


Überhaupt die Strassen und Pisten. Hier wäre ein USV angebracht. Nicht auf den deutschen Asphalt-Straßen. Doch kein stolzer USV-Besitzer würde seinen Wagen diesen mit Schlaglöchern überzogenen Pisten aussetzen.

 

Mit einer Stunde Verspätung kommen wir in Bilanga an.

Baustelle des CEGs in Botou

Baustelle CEG von Boutou
Baustelle CEG von Boutou

Nochmals geht es endlose 30 km weiter. Um 11 Uhr sind wir dann endlich auf der Baustelle.


Das Gebäude des CEG steht. Auch das Blechdach ist schon fast fertig montiert. Es fehlt noch die Fertigstellung der Terrasse und der Böden der Schulräume.
Und die Wände müssen noch verputzt werden. Der Brunnen ist in Betrieb und liefert ausreichend Wasser. Die Steine für die Fertigstellung der Plattform für den Brunnen sind schon fabriziert.

 

Also alles gut.
Der "Conseiller", das heißt der Stadtrat entschuldigt sich, dass man im Rückstand sei. Anfänglich habe es mit der Bereitstellung von Sand und Steinen durch die Dorfbevölkerungen nicht so richtig geklappt. Das CEG  (die Mittelschule) nimmt die Abgänger der umliegenden  10 Dörfer auf. Also sind diese mit verantwortlich für den Transport von Sand, Steinen und Wasser. Nicht nur die Leute von Botou. Die anderen Dörfer wollten aber nicht so recht. Ein Problem das mir aus meiner Umgebung bekannt vorkommt.

Mais ca va - letztlich hat es geklappt. In einem Monat soll das Schulgebäude fertig sein. Es fehlen noch die Latrinen, die Küche, die Solaranlage und die Ausrüstung mit
Bänken (table-bancs). Zum nächsten Schuljahresbeginn können die Schüler aus drei Baracken und einer Kirche umziehen in ihre neue Schule.

 

Kartoffelanbau am Sirba - un microprojet

Kartoffeln am Sirba bei Bilanga
Kartoffeln am Sirba bei Bilanga

Bei unserem Besuch im November hatten wir auch das "Kartoffelfeld" am Stausee besichtigt. Fast fünfzig Frauen hatten sich dazu aufgemacht, übliche Kartoffeln
anzubauen, also nicht Yams. Kartoffel sind Burkina Faso selten, eine "Marktlücke".  Im November konnte man noch kaum etwas sehen. Jetzt aber gibt es ein Kartoffelfeld, mehrere Fussballfelder groß alles grün. Die ersten Kartoffeln der Ernte habe ich mitbekommen.


Fünf Tonnen wollen die Frauen in den nächsten Wochen ernten und für 350 CFA (50 Cent) auf den Märkten der Umgebung bis zur Provinzhauptstadt Fada N'Gourma und sogar der Hauptstadt Ouagadougou verkaufen. Wenn alles klappt, hat die Frauengruppe über 2.000 € verdient. Jede der Frauen profitiert davon.


Ich habe Bedenken, ob die Vermarktung klappt. Das ist schwierig mit allem, vor allem mit dem Transport. Daran könnte es scheitern. Aber warten wir mal ab. Wir werden es uns berichten lassen und der zweite Schritt muss dann die Vermarktung und auch das Marketing sein. Das wird oft nicht bedacht, denke ich. Wieder etwas gelernt.

Die ersten Kartoffeln
Die ersten Kartoffeln

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne (Mittwoch, 21 Februar 2018 20:28)

    Tolle Initiative. Immerhin ist der Anbau gelungen. Das ist ein Anfang.