10. Tag - 21.02.2018 - kein Wasser - Schule Kankalsi

kein Wasser

Heute morgen gibt es kein Wasser.

Das Gästehaus der ADDESP, in dem ich (meist alleine) logiere ist sehr einfach eingerichtet.

Zimmer mit  Moskito-Netz, ein Regal, WC (naja!) und eine Dusche.

Dazu eine Küche und ein "Salon". Einfach und für afrikanische Verhältnisse super komfortabel, weil es gibt Wasser und Strom und damit Licht, und das Mobiltelefon kann auch aufgeladen werden.

Das Wasser wird durch die Wasserversorgung in zwei Tonnen gefüllt. Und reicht damit auch aus. Aber, dies ist manuell zu steuern. Richtig wäre es, den "Tank" abends nochmals zu füllen.

Weil morgens kommt das Wasser oft spät, weil die Stromversorgung öfter mal ausfällt. Und damit Wasser der Wasserversorgung nicht in den Hochbehälter gepumpt wird.

Also heute morgen gibt es mal kein Wasser. Zwei, drei Liter waren habe ich aus einer weiteren Tonne, die im Hof steht, bekommen. Zum Rasieren und einer Katzenwäsche reicht das.

Wie abhängig sind wir Weißen doch vom Vorhandensein von Wasser. Weniger zum Trinken, sondern Waschen, Duschen, der Wassertoilette....

 

Eine "schöne" Schule und köstliches Essen

Neubau Schule von Kankalsi im Februar 2018
Neubau Schule von Kankalsi im Februar 2018

Diesmal geht es in Richtung Südwesten zum Schulbau in Kankalsi.

Im November hatten wir diese Projekt besichtigt. Das Fundament war gerade gelegt und die Erstellung der Stelle hatte begonnen.

Und jetzt: die Schule steht fertig da. Sogar der Verputz und der gelbe Anstrich (Tyriolliene) ist schon fertig. Wieder erwarten mich Hundert Leute. Ein großer Empfang. Ein solcher Empfang ist mir nicht so wichtig, aber es daran zu erkennen, wie engagiert ein Dorf ist. Dieses Dorf, Kankalsi, ist hoch motiviert.

Dies zeigt sich dann auch in der Ausführung der Bauarbeiten, denn die Dorfbewohner achten darauf. Die Schule ist gut gemacht.

Die Rampe für die Behinderten ist okay, vielleicht ein wenig zu steil. Aber breit und ohne Absatz. Der Estrich in Schulräumen ist in Ordnung und das Dach ist gut befestigt. Die Podeste für die Lehrer brechen nicht ab. Die Tafeln sind schwarz gestrichen.

Ich bin super zufrieden und lobe den "Tacheron", den Maurer und unsere Partner, Hams, David und Valentin.

Die Besprechung unter der "Dorflinde" ist konstruktiv. Wie immer fordere die Bevölkerung auf, auch die Mädchen in die Schule zu schicken. Die Leiterin der Müttervertretung (AME) und die Elternvertretung sagen mir das zu. Herzlich bedanken sie sich für den Bau der Schule.

Wie auch der Vertreter des Chefs. Ein Chef spricht nicht selbst sondern lässt sprechen.

Ist doch interessant. Könnten wir auch einführen.

fg

Nach den vielen Fotos geht es zum "Imbiss": Neben Wasser, Fanta, Cola  und Bier gibt es köstliche Hähnchen, super gewürzt und sicher "aus biologischem Anbau". Köstlich. Habe noch nie so gute Hähnchen gegessen.

 

Gebrochener Staudamm - Folge des Klimawandels ?

Der ausgelaufene Stausee von Dabesma
Der ausgelaufene Stausee von Dabesma

Auf der Rückfahrt machen uns meine Begleiter auf eine gebrochen Staudamm aufmerksam - in Dabesma. Vielleicht 10 km von Piela entfernt.

Ich kannte den Staudamm schon von meinem allerersten Besuch im vor jetzt über 30 Jahren. Entlang des Staudamms gab es viele Gärten, in denen Gemüse angebaut wurde.

Dieser Staudamm ist im letzten Oktober bei einem wahnsinnigen Gewitterregen gebrochen. Die "Barrage" ist nun ohne Wasser. Damit in den Gärtner die Einkommensmöglichkeit genommen.

Was genau so schlimm ist: die Wasserfassung für die Versorgung von Piela ist trocken gefallen, da der Grundwasserspiegel gesunken ist. Seit über 70 hat der Damm bestanden. Noch nie habe es soviel geregnet. Folgen des Klimawandels?

Nur ein Duzend Kilometer weiter gibt es einen weiteren gebrochenen Staudamm. Niemand nimmt sich der Sorgen an. Der Staat stellt sich taub, oder es fehlen ihm schlicht die Mittel.

Auch ich habe natürlich keine Lösung. Das wäre viel zu teuer für unseren Verein.

Ja - ich bin ein wenig ratlos....

Das Chateau d'eau

Wasserhochbehälter in Piela - im Februar 2018 - Bau 2016
Wasserhochbehälter in Piela - im Februar 2018 - Bau 2016

Regen im Februar

Auch das hat es seit Menschengedenken nicht mehr gegeben. Heute Abend hat es ein wenig geregnet. Auch ich habe dies noch nie erlebt. Das Wetter spinnt. Hier in Afrika, aber so scheint es auch zuhause in Deutschland.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Susanne (Mittwoch, 21 Februar 2018 20:09)

    Gut, dass Du Trinkwasser hattest.

  • #2

    Barbara (Donnerstag, 01 März 2018 17:25)

    Hallo Erwin, ich sitze im Zug, lese Deinen Blog, und bin auch ganz traurig, dass Erich Reck gestorben ist. Es ist schön, das es in Piela auch eine Abschiedszeremonie gab. Ich wünsche Dir eine gute Rückreise.