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Eine traurige Nachricht erreicht mich - Erich Reck ist tot

Erich Reck - Gründer und langjähriger Vorsitzender des Fördervereins
Erich Reck - Gründer und langjähriger Vorsitzender des Fördervereins

Beim Checken der WhatsApp Nachrichten in der Kneipe, die traurige Nachricht von zuhause.

 

Erich Reck ist in der Nacht gestorben.

Schon die letzten Tage habe ich viel über ihn nachgedacht bei den langen Fahrten durch den Busch. Ich wusste, dass er, 89 Jahr alt, sehr krank und schwach, nicht mehr  lange leben würde. Mein Bruder hatte mir dies am Vorabend in einer Mail noch geschrieben.

 

Vor meiner Abfahrt hatte ich ihm die Bilder der letzten Reise gezeigt. Er war noch sehr interessiert,  erkannte die Menschen und wusste dazu Geschichten zu erzählen.

 

Er hatte zusammen mit Freunden den Verein 1982 gegründet und dann über 32 Jahre geführt. Auch ich war bei Gründung mit dabei. Auch bei ersten Reise im Jahre 1987. Fünfzehnmal war er in Afrika. Ein paar Mal zusammen auch mit mir. Gedanken und Bilder an die Inauguration der Wasserversorgung im Jahr 2001 gehen mir durch den Kopf. Der deutsche Botschafter war damals nach Piela gekommen.

 

Die afrikanischen Freunde sind bestürzt, obwohl ich sie die letzten Tage immer mal wieder darauf vorbereitet hatte. Bei der Rückkehr nach Piela am frühen Nachmittag fällt mir David weinend um den Hals. Ja - er hatte Erich immer als seinen "Papa" bezeichnet. Mit diesen zwei Männern, Erich und David beginnt die Geschichte der Vereins. Erich der Gründer und tatkräftige Visionär, David der angesehene erste Schulleiter der Primarschule und später "Secretaire permant" der ADDESP....

 

Kondolenzfeier in der Abenddämmerung

beim Kondolenz-Empfang  - rechts David
beim Kondolenz-Empfang - rechts David

Für mich heißt es zu entscheiden, ob ich meine Reise abbrechen und zurückfliegen soll, um bei der Beerdigung dabei zu sein. Schon in Bilanga hatte ich mit Werner darüber gesprochen.

Wir prüfen, was es für Möglichkeiten gibt.

Josué versucht über das Büro der AIRFRANCE rauszubekommen, welche Flüge frei sind, und wie die Kosten aussehen. Die Verbindung nach Ouagadougou ist so schlecht, dass eine Kommunikation kaum möglich ist.

 

Ich setze mich an den Rechner, um die Umbuchung über das Internet zu machen. Darüber hatte ich ja gebucht. Und siehe da, das funktioniert. Sogar das Bezahlen mit der Kreditkarte, ohne Probleme. Nach einer Viertelstunde ist die Umbuchung per Mail bestätigt.

Am Sonntagabend wird um 23 Uhr zurück über Paris nach Stuttgart gehen. Wenn alles klappt bin ich dann am Montag gegen Mittag zuhause. Am Samstag werde ich von Piela nach Ouaga zurückfahren. Ein wenig wird das noch anstehende Programm umgestellt. Den Abschiedsumtrunk, den "Pot auf revoir" lassen wir fallen ...

Fils de Piela - ein Sohn der Stadt - ein Burkinabé

Am Abend um fünf kurz vor der kurzen Abenddämmerung kommen alle Leute, die Erich gekannt haben zusammen, Josué stellt das Leben von Erich vor. Ich ergänze die Geschichte und wir reden, bis es dunkel wird über "Fils de Piela", den "Sohn" von Piela. Später stellen wir fest, dass er auch der Chef d'honoré von Piela ist, der Ehrenchef von Piela. Dazu hat ihn der König vor schon fast 20 Jahren ernannt ...

Die letzten gehen um sechs, es wird dunkel ...

rechts von mir Moise und Dajheri - beide haben Erich gut gekannt
rechts von mir Moise und Dajheri - beide haben Erich gut gekannt

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